Keetmanshoop - die "Hauptstadt" Südnamibias

Rheinische Missionskirche

Rheinische Missionskirche in Keetmanshoop

Im Süden Namibias rund 500 Kilometer von Windhoek entfernt liegt Keetmanshoop in der dünn besiedelten Karas-Region. Das 17.000-Einwohner-Städtchen verdankt seinen Namen dem deutschen Industriellen Johann Keetman. Mit Keetmans finanziellen Mitteln wurde im Jahr 1866 eine Missionsstation der Rheinischen Mission gegründet, die die einheimische Nama-Bevölkerung bekehren sollte. Keetman selbst hat den von ihm finanzierten Ort nie besucht. Trotzdem wollte er mit seiner Initiative die Nama zum christlichen Glauben bekehren. Aus diesem Wunsch leitet sich auch der Name des Ortes ab: „Keetmans Hoffnung“. Heute sind 16 Prozent der namibischen Bevölkerung Katholiken und Keetmanshoop ein eigenes Bistum. Nach ihrer Gründung wuchs die Missionsstation stetig an und im Jahr 1895 wurde eine Steinkirche erbaut. Besucher finden in der Kirche heute eine Ausstellung über das Gebiet um Keetmanshoop.

Im Jahr 1908 wurde die Schmalspurbahn zwischen Windhoek und Keetmanshoop bis nach Lüderitz ans Meer verlängert. Die meisten Reisenden kommen nach Keetmanshoop um hier Station zu machen für eine Weiterfahrt in den Fish River Canyon oder nach Lüderitz. Im Ort stehen Hotels und Campingplätze zur Verfügung und es gibt auch einige sehr gute Restaurants.

Südlichster Verkehrsknotenpunkt

In der heutigen Zeit hat sich die Stadt zu einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt entwickelt, sie verbindet Namibia mit dem Nachbarland Südafrika und ist Drehkreuz des inländischen Flugverkehrs. Keetmanshoop wird auch als die Hauptstadt Südnamibias bezeichnet. Doch der Ort ist viel mehr als nur eine Übernachtungsstation und ein Spaziergang durch die viertgrößte Stadt des Landes lohnt sich.

Immer noch zeugen einige Bauten aus der Zeit der deutschen Kolonialherrschaft, wenn auch der größte Teil der Stadt inzwischen afrikanisch geprägt ist. Besonders das „Kaiserliche Postamt“ aus dem Jahr 1910 erinnert an die einstige Herrschaft der Deutschen. Heute ist in dem Gebäude die Touristeninformation untergebracht. Interessant ist auch ein Blick in die Kirche, die mittwochs und samstags für Besucher geöffnet ist.

Aloe im Köcherbaumwald

Aloe im Köcherbaumwald nahe Keetmanshoop

Im Jahr 1930 entschieden die Europäer in Keetmanshoop eine eigene Kirche für sich zu bauen und so wurde das ursprüngliche Gebäude nur noch von der einheimischen Bevölkerung besucht. Nachdem die Kirche im Laufe der Zeit immer mehr verfiel, wurde sie 1978 zum Denkmal erklärt und restauriert. Heute sorgt das Gebäude auf der kleinen Anhöhe entscheidend für das Stadtbild von Keetmanshoop. Rund 25 Kilometer von Keetmanshoop entfernt liegt der sehr sehenswerte Köcherbaumwald. Einen Besuch wert ist auch der „Spielplatz der Riesen“, der Giants Playground. Hier befinden sich aufgetürmte Felsbrocken, die den Eindruck erwecken, als hätte ein spielender Riese sie aufeinandergestapelt. In Wirklichkeit sind die bizarren Felsformationen durch eine besondere Form der Verwitterung entstanden.

Schafzucht als Haupteinkommensquelle

Die Menschen in der Region leben vor allem von der Karakulschafzucht. Gerade in den ariden Gebieten rund um Keetmanshoop leben die einheimischen Schafe unter ihren natürlichen Lebensbedingungen. Es fällt nur sehr wenig Regen und das Gebiet zeichnet sich durch eine besondere Trockenheit aus. Bereits während der Kolonialzeit hatte man versucht, die Schafzucht in Deutsch-Südwest zu etablieren. Nach einigen Versuchen mit importierten Tieren, ergab sich das Karakulschaf als beste Lösung. Es werden sowohl die Felle als auch das Fleisch verarbeitet. Von den Tieren stammen die sogenannten „Persianerfelle“. Besonders Anfang des 20. Jahrhundert waren Persianermäntel sehr beliebt. Wer eine Karakulschaffarm besuchen möchte, erhält vor Ort Informationen in den Hotels oder im Touristenbüro.

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