Köcherbaumwald und der Spielplatz der Riesen

Der Köcherbaumwald bei Keetmanshoop

Der Köcherbaumwald, oder auch Quivertree Forrest, liegt rund 15 Kilometer von Keetmanshoop entfernt auf dem Gelände der Farm Gariganus. Im Jahr 1955 wurde der Wald zum Nationalen Denkmal erklärt und kann gegen ein kleines Eintrittsgeld besichtigt werden. Der Köcherbaum gehört zur Familie der sukkulenten Aloegewächse, die bevorzugt in ariden Regionen wachsen. Die Sukkulenten verfügen über ein sehr großzelliges Gewebe und sind daher in der Lage, einen Wasservorrat lange zu speichern. Die Köcherbäume gehören zu den sogenannten Stamm-Sukkulenten, bei denen das Wasser in den dicken Sprossen der Pflanzen gespeichert wird. Die Bäume können bis zu neun Meter hoch werden. Der Name des Köcherbaums geht auf die San-Buschmänner zurück. Diese benutzten ausgehöhlte Äste der Bäume als Köcher, um ihre Pfeile darin aufzubewahren. Erstmals verwendete der Gouverneur Simon van Stel auf einer Expedition den Namen Köcherbaum, auf Afrikaans „Kokerboom“, der bis heute geblieben ist.

Beste Besuchszeit zur Blütezeit im Juni und Juli

Im gesamten Namibia gibt es an einigen Stellen Köcherbäume, auf dem Gebiet der Gariganus-Farm gibt es jedoch mit ca. 300 die meisten Exemplare. In der Regel wachsen die Bäume nicht so nah beieinander wie hier. Die meisten Bäume sind in der Gegend rund fünf Meter hoch und Experten schätzen das Alter auf 200-300 Jahre. Bis zu einem Alter von rund 20 Jahren sehen die Köcherbäume aus wie ganz normale dickblättrige Aloepflanzen. Erst dann beginnen sie zu wachsen und Äste zu bilden. In dieser Zeit blühen die Pflanzen auch das erste Mal. Der unter Naturschutz stehende Baum bildet zwischen Juni und Juli eine ca. 30 cm hohe gelbe Blüte. Wer die Pflanzen in ihrer wahren Pracht erleben möchte, sollte also möglichst diese beiden Monate wählen, zu dieser Zeit ist die Hitze auch noch einigermaßen erträglich. Im Köcherbaumwald verteilen sich die Bäume auf einem weitläufigen Hügel, so dass Besucher wunderbar zwischen den einzelnen Exemplaren umherlaufen können. Besonders schön ist ein Besuch des Köcherbaumwaldes beim Licht der untergehenden Sonne. Die kleinen verzweigten Verästelungen bieten vor allem Siedelweber-Vögeln einen idealen Lebensraum. Unter dem Schutz eines Köcherbaums können einige Hundert Seidelweber leben, die in den bizarren Ästen wahrhaft eindrucksvolle Nester konstruieren.

Giant’s Playground – Spielplatz der Riesen

Giant's Playground

Auf dem Gebiet der Gariganus Farm befindet sich auch der Giant’s Playground, der Spielplatz der Riesen. Die riesigen Felsen sehen aus wie von Riesenhand aufgetürmt. Das Erscheinungsbild der bizarren Felsen kommt von einer besonderen Verwitterungsart, der Block-Verwitterung. Durch besondere chemische und physikalische Prozesse entstehen Gesteinsblöcke, die so aussehen, als wären sie übereinandergestapelt worden. Auf einem etwa eine Dreiviertelstunde dauernden Rundweg können Besucher den einmaligen Riesenspielplatz erkunden. Der Afrikaans-Name für die Gesteinsformationen ist weniger schmeichelhaft, denn sie werden „Vratteveld“ also „Warzenfeld“ genannt, da die Steine aussehen, wie Warzen, die überall in der Gegend verteilt sind. Auch zwischen den Felsformationen finden sich einige Köcherbäume, so dass sich hier für Besucher einmalige Fotomotive präsentieren.

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