Zerfurchte, grasbewachsene Hügel in der Namib am Kuiseb

Sehenswertes · Namib

Kuiseb-Canyon

In engen Kehren fällt die C14 in die Schlucht. Unten führt eine Brücke über ein Bett aus hellem Sand, in dem kein Tropfen Wasser steht. Ringsum dunkler, gefalteter Fels.

Foto: privat

Der Kuiseb kommt aus dem Khomashochland westlich von Windhoek und mündet zwischen Walvis Bay und Sandwich Harbour in den Atlantik. In den Hakosbergen hat er sich eine Schlucht gegraben, im Schnitt 20 Meter breit und bis zu 200 Meter tief. Die C14 quert den Canyon rund 94 Kilometer nördlich von Solitaire, über eine Brücke von 1965. Bis Walvis Bay sind es von dort noch etwa 138 Kilometer.

Tiefe der Schlucht
bis 200 m
Brücke der C14 über den Kuiseb
1965
steilste Steigung der C14, am Kuiseb-Pass
1:9
Flucht von Henno Martin und Hermann Korn
1940

Wasser führt der Kuiseb selten. Zwischen 1837 und 1977 erreichte er nur 14-mal das Meer. Im Januar 2005, dem Jahr unseres Reiseberichts, floss er zum ersten Mal seit Jahren wieder bis zur Küste. Weiter westlich wird er zur Grenze. Südlich von ihm türmen sich rote Dünen über 150 Meter hoch, nördlich liegen helle Kies- und Steinflächen. Der Wind schiebt den Sand nach Norden. Das Flussbett hält ihn auf. Unter dem Bett liegt Grundwasser, aus dem Walvis Bay und Swakopmund trinken.

Bekannt ist der Canyon durch zwei Deutsche. Die Geologen Henno Martin und Hermann Korn waren 1935 nach Südwestafrika gekommen, um dort zu forschen und für Farmer Wasser zu suchen. Mit dem Zweiten Weltkrieg drohte ihnen das Lager. 1940 flohen sie in die Namib und versteckten sich im Kuiseb-Canyon. Gut zwei Jahre lebten sie dort von der Jagd, die meisten Quellen sagen zweieinhalb.

Das Karpfenkliff

Ihr erstes Versteck war ein überhängender Fels über dem Canyon, nach Süden gerichtet, sodass er fast den ganzen Tag Schatten gab. Die beiden nannten ihn Karpfenkliff. Im trockenen Flussbett standen Wasserlöcher, und darin schwammen Karpfen. Später zogen die beiden weiter in andere Verstecke.

1942 gaben sie auf, weil Korn an einer Mangelkrankheit litt. Martin wurde kurz festgenommen, kam aber bald frei und suchte danach im Dienst der Verwaltung nach Wasser. Henno Martin schrieb die Geschichte später auf. Sein Buch „Wenn es Krieg gibt, gehen wir in die Wüste“ erschien zuerst auf Deutsch, später auf Englisch, und wurde als „The Sheltering Desert“ verfilmt.

Halt am Pass

An der C14 liegt ein Aussichtspunkt über dem Canyon, und ein Parkplatz trägt den Namen des ersten Verstecks. Vom Karpfenkliff stehen noch Reste der Steinmauern, die Stelle gehört heute zum geschützten Namib-Naukluft-Park. Auf der Hauptstraße brauchst du kein Permit. Verlässt du sie, um tiefer in den Park zu fahren, schon.

Fahr die Kehren langsam. Am Kuiseb-Pass liegt mit 1:9 die steilste Stelle der C14, und an einigen Kurven fehlt die Leitplanke. Nach starkem Regen kann der Fluss den Pass kurz sperren, so geschehen im März 2026 für einen Tag.

Dauer
eine halbe bis eine Stunde als Halt auf der C14
Kosten
kein Eintritt für den Halt an der C14; abseits der Hauptstraße Permit und Parkgebühr des Namib-Naukluft-Parks (Stand Oktober 2026)
Wann
auf der Fahrt zwischen Solitaire und Walvis Bay, am besten nicht in der Mittagshitze; nach starkem Regen vorher nach dem Pass fragen

Unser TippLies das Buch von Henno Martin vor der Reise oder nimm es mit. Am Karpfenkliff stehst du dann an der Stelle, die du aus den ersten Kapiteln kennst.

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Kuiseb-Canyon: häufige Fragen

Wer waren Henno Martin und Hermann Korn?

Henno Martin und Hermann Korn waren deutsche Geologen, die sich ab 1940 im Kuiseb-Canyon versteckten, um der Internierung durch Südafrika zu entgehen. Nach gut zwei Jahren kehrten sie 1942 zurück, weil Korn krank war. Martin beschrieb die Zeit im Buch „Wenn es Krieg gibt, gehen wir in die Wüste“.

Braucht man für den Kuiseb-Canyon ein Permit?

Für den Halt am Kuiseb-Canyon an der C14 brauchst du kein Permit, die Hauptstraße durch den Namib-Naukluft-Park ist frei. Wer die Straße verlässt und tiefer in den Park fährt, braucht ein Permit des Umweltministeriums.

Wie tief ist der Kuiseb-Canyon?

Der Kuiseb-Canyon ist bis zu 200 Meter tief und im Schnitt etwa 20 Meter breit. Er liegt in den Hakosbergen, dort, wo die C14 zwischen Solitaire und Walvis Bay den Kuiseb quert.

Führt der Kuiseb Wasser?

Der Kuiseb führt nur selten Wasser. Zwischen 1837 und 1977 erreichte er nur 14-mal den Atlantik, meist ist sein Bett trocken und Grundwasser fließt darunter.