Reisebericht 2005 · Der Süden

Lüderitz, die Stadt am Atlantik

Wir drehen ein paar Runden mit dem Auto durch Lüderitz, ohne Buchung, ohne Plan. Nach wenigen Minuten steht da ein Backpacker, und der Preis passt.

An der Atlantikküste Namibias liegt das Hafenstädtchen Lüderitz, unser nächstes Ziel. Gebucht hatten wir für Lüderitz nichts, und das ging gut. Nachdem wir ein paar Minuten lang mehrmals durch die Stadt gefahren waren, entdeckten wir eine passende Bleibe: einen Backpacker.

Der Preis passte genau zu uns: 49 Namibia-Dollar pro Person und Nacht im Januar 2005, allerdings ohne Frühstück. Nach damaligem Kurs waren das rund sieben Euro.

Weißes Haus mit blauen Dächern und Erkern auf einem Felshang
Haus in Lüderitz
Gelbes Gebäude mit Aufschrift Kapps Konzert- und Ballsaal und Kegelbahn
Kapps Konzert- und Ballsaal
Handgeschriebenes Schild: Kneipe, open at 17:00, closed on Sundays
Kneipe in Lüderitz

Wir brachten das Gepäck aufs Zimmer und erkundeten Lüderitz zu Fuß. Was uns schon beim ersten Durchfahren aufgefallen war, wurde jetzt noch deutlicher: die deutsche Vergangenheit, die Kolonialzeit. Man sah sie an der Architektur, hier und da stehen durchaus prächtige Villen. Und man las sie auf den Schildern an den Häusern.

Lüderitz ist nicht groß. Fast alles erreicht man schnell zu Fuß.

Steinkirche mit spitzem Turm auf einer Anhöhe
Die Kirche über der Stadt
Blick über Dächer auf Bucht und Meer im Morgenlicht
Sonnenaufgang mit Blick aufs Meer

Etwas höher liegt die Kirche. Eine richtige Straße führt nicht hinauf, nur eine Art Schotterweg. Von oben hat man einen schönen Blick über den Ort, die Umgebung, den Hafen und das Meer.

Am frühen Abend gingen wir in ein Restaurant am Hafen und aßen frischen einheimischen Fisch, gut und günstig.

Später suchten wir uns eine Bar, eher eine Art Sportkneipe. Viel los war nicht. Wir tranken etwas, redeten über den Tag, freuten uns, in Namibia zu sein, und wollten schon fast gehen. Da sahen wir an der Wand ein Plakat unseres Hausbiers, Black Label. Ich fragte den Wirt, ob wir es haben könnten. Er hatte nichts dagegen und schenkte es uns. Eingerahmt hängt es bis heute im Zimmer von einem von uns.

Die Nacht im Backpacker verlief ohne Probleme. Zum Frühstück gingen wir am nächsten Morgen ins Hotel gegenüber, wo wir für wenig Geld gut aßen. Damit waren wir gerüstet für die nächste Etappe.

Geplant war, an diesem Tag bis in die Nähe des Sossusvlei zu kommen und dort auf der bereits gebuchten Gästefarm Weltevrede zu übernachten.

Heute, Stand Oktober 2026Die Haifischinsel, auf der die deutsche Kolonialmacht während des Völkermords an Herero und Nama ein Konzentrationslager betrieb, ist seit dem 15. Februar 2019 nationale Gedenkstätte. Im April 2023 weihten Nama- und Ovaherero-Vertreter dort ein Denkmal ein. Dass NWR den Campingplatz auf der Insel 2021 renovierte und wieder öffnete, wurde in Namibia scharf kritisiert. Der Hafen soll wachsen: Geplant ist ein Tiefwasserterminal bei Angra Point für grünen Ammoniak, frühestens 2028. Das Wasserstoffprojekt Hyphen dahinter hat noch keine endgültige Investitionsentscheidung. Laut The Namibian ist sie auf Ende 2027 verschoben, das Projekt selbst spricht von einer Machbarkeitsphase bis Ende 2026.

Unterkünfte in Lüderitz und Kolmanskop

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Lüderitz, die Stadt am Atlantik: häufige Fragen

Was ist auf der Haifischinsel in Lüderitz passiert?

Auf der Haifischinsel in Lüderitz betrieb die deutsche Kolonialmacht während des Völkermords an Herero und Nama ein Konzentrationslager. Seit Februar 2019 ist die Insel nationale Gedenkstätte, 2023 kam ein Denkmal hinzu.

Was ist im Hafen von Lüderitz geplant?

Für Lüderitz ist ein Tiefwasserterminal bei Angra Point geplant, über das grüner Ammoniak verschifft werden soll, frühestens 2028. Das dazugehörige Wasserstoffprojekt Hyphen hat noch keine endgültige Investitionsentscheidung.

Kann man Lüderitz zu Fuß erkunden?

Lüderitz ist klein, fast alles im Ort erreichst du zu Fuß. Zur Kirche auf der Anhöhe führt ein Schotterweg, von oben siehst du Hafen und Bucht.