Der Hoba-Meteorit in seiner runden Steinarena

Sehenswertes · Etosha und Norden

Hoba-Meteorit

Ein gepflasterter Weg, ein Halbrund aus Steinbänken, und in der Mitte ein flacher, rostbrauner Block. Auf seiner Oberseite hätte ein Dutzend Leute Platz. Er ist aus dem All gekommen.

Foto: Depositphotos

Der Hoba-Meteorit liegt auf der Farm Hoba-West, rund 20 Kilometer westlich von Grootfontein. Er gilt als größter bekannter Meteorit der Erde und als das größte Stück Eisen, das von Natur aus an der Erdoberfläche liegt. Bewegt hat ihn nie jemand. Er liegt noch an der Stelle, an der er nach heutiger Schätzung vor weniger als 80.000 Jahren aufschlug.

Gewicht, je nach Quelle 50 bis über 60
rund 60 t
Fläche, knapp ein Meter dick
2,7 × 2,7 m
Nationaldenkmal
1955
ab Grootfontein nach Routenplaner
23 km

Der Block ist fast reines Metall. Die deutsche Wikipedia nennt 82 Prozent Eisen, die englische 84, beide 16 Prozent Nickel und etwas Kobalt. Wegen des hohen Nickelanteils zählt er zu den Ataxiten. Und warum gibt es keinen Krater? Die Luft hat ihn vermutlich stark abgebremst, auf rund 2,75 Kilometer pro Sekunde. So blieb er ganz und warf kaum Erde auf.

Am Eingang steht ein kleines Kassenhaus mit Laden. Ein gepflasterter Weg führt zum Meteoriten, der in einer ausgehobenen Mulde liegt, ringsum Sitzbänke aus Stein. Toiletten und Grillplätze gibt es auch. Die Gebührenliste des staatlichen Denkmalrats führt Hoba nur als Besuch mit Führung, der Führer steckt also im Eintritt.

Gefunden beim Pflügen

Die übliche Geschichte geht so: 1920 pflügte ein Farmer mit dem Ochsen sein Feld, und der Pflug blieb mit einem metallischen Kratzen an etwas hängen. Die englische Wikipedia nennt den Landbesitzer Jacobus Hermanus Brits. Der britische Mineraloge Leonard James Spencer, der den Block im September 1929 selbst vermaß, schrieb 1932 etwas anderes. Den Tag des Fundes kannte er nicht, vermutlich war es Ende 1920. Als damaligen Bewohner der Farm nennt er Michael H. Hanssen.

Die älteste Spur, die Spencer fand, ist ein Brief der South West Africa Company vom 26. Mai 1921. Darin schätzte der Verfasser 60 Tonnen und überlegte, das Nickel mit Säge und Schneidbrenner herauszuholen. Daraus wurde nichts, denn Meteoriten gehörten in Südwestafrika dem Staat. In den Jahren danach kursierten Gewichte zwischen 40 und 100 Tonnen. Spencer maß 295 mal 284 Zentimeter, an einem Ende gut einen Meter dick, am anderen kaum mehr als einen halben, und kam auf rund 60 Tonnen.

Auf einer deutschen Karte von 1910 hieß die Farm noch Paviansfontein. Den Namen Hoba-West führte die South West Africa Company, und von ihm hat der Meteorit seinen Namen.

Geschützt seit 1955

Am 15. März 1955 erklärte die Verwaltung von Südwestafrika den Meteoriten zum Nationaldenkmal. Ganz geholfen hat das nicht. Besucher schlugen Stücke ab, und 1968 sägte jemand illegal einen Block von 2,8 Kilogramm heraus, der 2021 in Los Angeles versteigert wurde. Deshalb ist der Meteorit heute leichter als beim Fund.

1987 schenkte der Besitzer der Farm den Meteoriten und das Gelände dem Staat. Noch im selben Jahr öffnete das Besucherzentrum, ausgebaut vom Denkmalrat gemeinsam mit dem Bergbauunternehmen Rössing Uranium. Seitdem hat der Vandalismus aufgehört, und jedes Jahr kommen Tausende Besucher.

Anfahrt

Von Grootfontein fährst du auf der C42 Richtung Tsumeb und biegst kurz hinter der Stadt nach Westen ab. Lonely Planet, Travel News Namibia und der Routenplaner nennen diese Straße D2859, namibian.org schrieb 2025 von der D2860. Folg einfach den Schildern zum Meteoriten. Nach Routenplaner sind es 23 Kilometer, knapp 19 davon auf der Nebenstraße.

Dauer
rund eine Stunde vor Ort, mit Hin- und Rückfahrt ab Grootfontein ein halber Vormittag
Kosten
250 N$ pro Erwachsenem mit Führung, Kinder von 6 bis 17 Jahren 200 N$, jüngere frei; laut namibian.org im August 2025 unverändert (Stand Oktober 2026)
Wann
das ganze Jahr; gut als Abstecher am Tag vor oder nach der Fahrt nach Rundu

Unser TippFahr nach dem Meteoriten zurück nach Grootfontein und schau ins Museum im Alten Fort. Dort liegt Material zum Fund, und du verstehst danach besser, was du gerade gesehen hast.

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Hoba-Meteorit: häufige Fragen

Warum hat der Hoba-Meteorit keinen Krater?

Der Hoba-Meteorit wurde in der Luft vermutlich auf rund 2,75 Kilometer pro Sekunde abgebremst. Deshalb blieb er ganz und warf beim Aufprall kaum Erde auf, einen Krater gibt es nicht.

Wer hat den Hoba-Meteoriten entdeckt?

Den Hoba-Meteoriten fand um 1920 ein Farmer beim Pflügen. Die englische Wikipedia nennt Jacobus Hermanus Brits, der Mineraloge Leonard James Spencer nannte 1932 Michael H. Hanssen als damaligen Bewohner der Farm.

Kann man den Hoba-Meteoriten ohne Führung besuchen?

Die Gebührenliste des staatlichen Denkmalrats führt den Hoba-Meteoriten nur als Besuch mit Führung. Der Führer ist im Eintritt enthalten, den du am Kassenhaus zahlst.

Wie kommt man zum Hoba-Meteoriten?

Zum Hoba-Meteoriten fährst du von Grootfontein auf der C42 Richtung Tsumeb und biegst kurz hinter der Stadt nach Westen auf die ausgeschilderte Nebenstraße ab. Nach Routenplaner sind es 23 Kilometer.