Kolmanskop, auf Deutsch Kolmannskuppe, liegt rund zehn Kilometer östlich von Lüderitz an der B4. Vor gut hundert Jahren galt der Ort als reichste Stadt Afrikas, heute wohnt dort niemand mehr. Die Häuser stehen noch. Viele bis zu den Knien im Sand.
- erster Diamantfund am nahen Bahnhof Grasplatz
- 1908
- Diamantenabbau eingestellt
- 1930
- östlich von Lüderitz
- rund 10 km
- Führungen durch die Häuser
- vormittags
Den Namen hat der Ort von Johnny Coleman, einem Nama und Fuhrmann, der 1905 hier mit seinem Ochsenkarren im Sand stecken blieb. Wie es ausging, wird verschieden erzählt. Nach der einen Fassung verdurstete er, nach der anderen ließ er den Wagen im Sandsturm stehen und kam davon.
1908 fanden die Bahnarbeiter Zacharias Lewala und August Stauch am nahen Bahnhof Grasplatz die ersten Diamanten. Aus einem Lager für Diamantensucher wurde in wenigen Jahren eine Stadt aus Steinhäusern nach deutschem Vorbild.

Es gab ein Elektrizitätswerk, ein Krankenhaus, eine Schule, eine Kegelbahn und einen Ballsaal mit Theaterbühne und Turnhalle. Die Eisfabrik lieferte Blockeis für die Eisschränke. Das Wasser kam aus Kapstadt, Baumaterial und Möbel aus Deutschland. Wer reich war, wohnte in einer großen Villa mit Garten.
Lange hielt das nicht. Die Felder rund um Kolmanskop waren bald ausgebeutet, der Abbau zog nach Süden, und 1928 fand man an der Oranjemündung noch reichere Vorkommen. 1930 wurde bei Kolmanskop der Abbau eingestellt. Die Bewohner zogen nach und nach weg, die letzten 1956, nach anderer Angabe erst in den 1960er Jahren.
Danach holte sich die Wüste den Ort. Wer in Lüderitz ein Haus baute, holte sich Fenster, Türen und Dielen aus den leeren Häusern, und Touristen nahmen Andenken mit. Schienen und fast alles Eisen wurden abtransportiert, übrig blieben die Mauern im Sand.

Seit den 1990er Jahren kommen wieder mehr Besucher, und einige Gebäude wurden restauriert und neu eingerichtet. Zu sehen sind der Ballsaal mit der Turnhalle und ihren alten Geräten, die Eisfabrik, die Schlachterei und der Kaufladen. Ein kleines Museum erzählt vom Ort und von den Versuchen, Diamanten herauszuschmuggeln. In den verfallenen Häusern suchen heute Schabrackenhyänen Unterschlupf.
Ringsum liegt das Diamantensperrgebiet, in dem bis heute Diamanten abgebaut werden. Du bewegst dich nur im Ort selbst. Nach Süden ins Sperrgebiet zu laufen ist verboten.
Heute, Stand Oktober 2026Das Sperrgebiet ist inzwischen als Tsau-//Khaeb-(Sperrgebiet)-Nationalpark geschützt. Führungen laufen nach Listings montags bis samstags um 9:30 und 11 Uhr, sonntags um 10 Uhr. Beim Eintritt mit Führung gehen die Angaben auseinander: 230 N$ für Erwachsene nennt ein Bericht vom Juni 2026, ältere Angaben 120 oder 150 N$. Auch bei der Öffnungszeit widersprechen sich die Quellen, 8 bis 13 Uhr oder 8 bis 15 Uhr. Für Fotografen gibt es einen Tagespass von 6 bis 19 Uhr, nach Listings rund 400 N$.
- Dauer
- ein Vormittag mit Führung und Zeit für eigene Runden
- Kosten
- Eintritt mit Führung, 230 N$ nach einem Bericht vom Juni 2026, ältere Angaben 120 oder 150 N$ (Stand Oktober 2026)
- Wann
- vormittags zu den Führungen, mit Fotografen-Pass auch früh und spät
Unser TippNimm die erste Führung am Morgen. Danach bleibt dir Zeit für die Häuser, bevor die nächste Gruppe kommt.
Unterkünfte in Lüderitz und Kolmanskop
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Preise prüfen bei trivagoKolmanskop: häufige Fragen
Kann man Kolmanskop ohne Führung besuchen?
Kolmanskop ist vormittags gegen Eintritt offen, die Führung ist im Eintritt enthalten. Wer außerhalb dieser Zeit fotografieren will, braucht einen kostenpflichtigen Tagespass für Fotografen.
Warum wurde Kolmanskop verlassen?
Die Diamantenfelder um Kolmanskop waren nach wenigen Jahren ausgebeutet, und 1928 fand man an der Oranjemündung reichere Vorkommen. 1930 wurde der Abbau eingestellt, die letzten Bewohner gingen 1956, nach anderer Angabe in den 1960er Jahren.
Wie weit ist Kolmanskop von Lüderitz entfernt?
Kolmanskop liegt rund zehn Kilometer östlich von Lüderitz an der B4, der Straße ins Landesinnere.
