Köcherbäume im Gegenlicht der tief stehenden Sonne bei Keetmanshoop

Sehenswertes · Süden

Köcherbaumwald und Giant's Playground

Eine Stunde vor Sonnenuntergang wird das Licht gelb, dann orange. Zwischen den schwarzen Doleritblöcken stehen die Köcherbäume wie aufgespannte Schirme, und in ihren Kronen lärmen die Webervögel.

Foto: 123RF

Der Köcherbaumwald liegt rund 15 Kilometer nordöstlich von Keetmanshoop auf dem Gelände der Farm Gariganus. Köcherbäume gibt es an vielen Stellen im Süden Namibias, aber meist stehen sie einzeln. Hier wachsen 250 bis 300 von ihnen auf einem Hügel beieinander, und deshalb heißt der Ort Wald, obwohl er nicht so aussieht. Seit dem 1. Juni 1955 ist er ein Nationaldenkmal.

Köcherbäume auf dem Hügel
250 bis 300
Nationaldenkmal seit dem 1. Juni
1955
Höhe der meisten Bäume
rund 5 m
nordöstlich von Keetmanshoop
15 km

Botanisch ist der Köcherbaum kein Baum, sondern eine Aloe, die seit 2013 als Aloidendron dichotomum in einer eigenen Gattung geführt wird. Er speichert Wasser im dicken Stamm und in den Ästen. Die meisten Exemplare am Hügel sind etwa fünf Meter hoch und 200 bis 300 Jahre alt. Den Namen haben die San geprägt: Sie höhlten die weichen Äste aus und trugen darin ihre Pfeile.

Gleich nebenan liegt der Giant's Playground, der Spielplatz der Riesen. Dort liegen Doleritblöcke so aufeinander, als hätte sie jemand gestapelt. Das war die Verwitterung. Sie hat das Gestein in Blöcke zerlegt und ihnen über lange Zeit den dunklen Wüstenlack aufgetragen. Ein Rundweg führt in einer guten halben Stunde hindurch.

Köcherbäume auf einem felsigen Hügel unter blauem Himmel
Köcherbäume auf der Farm Gariganus

Der Köcherbaum gehört zu den Stammsukkulenten. Sein Gewebe hat große Zellen, die lange Wasser halten. Bis zu neun Meter hoch können die Bäume werden. Bis zu einem Alter von rund 20 Jahren sieht ein Köcherbaum aus wie eine gewöhnliche dickblättrige Aloe. Erst dann wächst er in die Höhe, bildet Äste und blüht zum ersten Mal.

Den Namen schrieb zuerst der Gouverneur Simon van der Stel auf einer Expedition auf, auf Afrikaans heißt der Baum bis heute Kokerboom. Zwischen Juni und Juli treiben die Bäume gelbe Blüten von etwa 30 Zentimetern, dann ist die Hitze im Süden auch noch erträglich. Am schönsten ist der Wald im Licht der untergehenden Sonne. In den verzweigten Kronen nisten Siedelweber, unter dem Schutz eines einzigen Baums leben mitunter einige Hundert von ihnen in einem gemeinsamen Nest.

Aufgetürmte dunkle Felsblöcke im Giant's Playground
Giant's Playground, 2005

Auf Afrikaans heißt der Spielplatz der Riesen weniger schmeichelhaft Vratteveld, das Warzenfeld, weil die Steine wie Warzen über die Gegend verteilt liegen. Zwischen den Blöcken stehen ebenfalls Köcherbäume, und genau dort entstehen die Fotos, die man von hier kennt.

Heute, Stand Oktober 2026Auf der Farm Gariganus liegt heute das Quivertree Forest Rest Camp mit Stellplätzen und Zimmern. Beim Eintritt gehen die Berichte auseinander: 130 N$ pro Person nennen Besucher im März und Juni 2026, 250 N$ einer im Januar 2026. Bezahlt wurde nach diesem Bericht nur bar, ältere Angaben nennen auch Karten. Die Gepardenfütterung, die wir 2005 erlebt haben, führen Anbieter weiter als täglich am Nachmittag; eine Uhrzeit steht nirgends. Und der Giant's Playground war im März 2026 noch immer schlecht ausgeschildert.

Dauer
zwei bis drei Stunden für Wald und Giant's Playground
Kosten
Eintritt pro Person, 130 oder 250 N$ je nach Bericht (Stand Oktober 2026)
Wann
am späten Nachmittag; Blüte im Juni und Juli

Unser TippFahr zuerst zum Giant's Playground und heb dir den Köcherbaumwald für die letzte Stunde vor Sonnenuntergang auf. Nimm Bargeld für den Eintritt mit.

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Köcherbaumwald und Giant's Playground: häufige Fragen

Wie weit ist der Köcherbaumwald von Keetmanshoop entfernt?

Der Köcherbaumwald liegt rund 15 Kilometer nordöstlich von Keetmanshoop auf der Farm Gariganus, an der Kreuzung der Straßen M29 und C17.

Was kostet der Eintritt in den Köcherbaumwald?

Die Farm Gariganus verlangt Eintritt pro Person, die Angaben von Besuchern aus dem Jahr 2026 gehen auseinander. Nach einem Bericht wurde nur bar bezahlt.

Wann blühen die Köcherbäume?

Köcherbäume blühen in Namibia im Juni und Juli mit gelben Blüten von etwa 30 Zentimetern. Zum ersten Mal blüht ein Köcherbaum erst mit rund 20 Jahren.

Was ist der Giant's Playground bei Keetmanshoop?

Der Giant's Playground ist ein Feld aus aufeinanderliegenden Doleritblöcken neben dem Köcherbaumwald, entstanden durch Blockverwitterung. Ein Rundweg führt in einer guten halben Stunde hindurch.