Christuskirche in Windhoek

Die Christuskirche gilt als das Wahrzeichen Windhoeks. Pastor Siebe von der Rheinischen Mission ließ die Kirche im Jahre 1907 für die evangelisch-lutherische Gemeinde von Windhoek erbauen. Feierliche Einweihung des Gotteshauses war im Jahr 1910 nach Beendigung des Krieges zwischen den Deutschen und den einheimischen Nama-, Herero- und Ovambo-Stämmen.

Die Anregung des Kirchenbaus stammte bereits von Siebes Vorgänger dem Pfarrer Wilhelm Anz, der nach seiner Zeit in Windhoek eine Gemeinde in Berlin-Schlachtensee übernahm. Der Architekt Gottlieb Redecker errichtete das Gotteshaus im neuromanischen Baustil. Im Englischen wird die Kirche wegen ihrer Ähnlichkeit mit einem reich mit Zuckerguß verzierten Törtchen auch Fairycake Church genannt.

Das Gebäude wurde vor allem aus Quarzsandstein errichtet, der Altar und das Portal bestehen aus edlem Marmor. Die Fenster des Gotteshauses stammen von Kaiser Wilhelm II. und wurden aus Nürnberg nach Windhoek gebracht. Auch die Orgel wurde, ebenso wie die Kirchenglocken, von deutschen Unternehmen gefertigt und nach Windhoek transportiert.

Die Christuskirche heute

Christuskirche in Windhoek

Im Jahr 1971 wurde die Kirche komplett renoviert, 1978 schließlich zum Nationalen Denkmal erklärt. Für Besucher Windhoeks ist die Christuskirche die auf einer kleinen Anhöhe an der Robert-Mugabe-Avenue liegt, ein idealer Orientierungspunkt, da sie von weither sichtbar ist. Früher hieß die Straße Leutweinstraße, nach einem Treffen zwischen Robert Mugabe und Fidel Castro in der Kirche wurde sie jedoch umbenannt. Auch Fidel Castro wurde diese Ehre zuteil, denn die ehemalige Peter-Müller-Straße trägt nun seinen Namen.

Bis 2009 stand neben der Kirche das Reiterdenkmal, das an den Kolonialkrieg erinnert. Es musste weichen, da an der Stelle des Denkmals das Freiheitsmuseum gebaut wird und steht nun einhundert Meter entfernt vor der Alten Feste. Sonntags finden in der Christuskirche noch immer Gottesdienste statt. Wer die Kirche außerhalb der Gottesdienste auch von innen besichtigen möchte, muss mit unregelmäßigen Öffnungszeiten rechnen. Der 42 Meter hohe Kirchturm bietet einen schönen Blick über die umliegende Stadt und der Aufstieg lohnt sich.

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